Nachlese: Zukunftswerkstatt zum Ortszentrum Hart bei Graz

Gemeinsam einen neuen Dorfplatz gestalten: Zukunftswerkstatt zum Ortszentrum Hart bei Graz

Am Samstag, den 25. Mai 2019, wurde ein Teil des bestehenden Parkplatzes am Johann-Kamper-Ring für einen Tag in einen lebendigen Begegnungsort für Menschen verwandelt: Ein planschender Wasserbrunnen, Bäume, Grasflächen und Sitzgelegenheiten luden zum Verweilen, Miteinander Reden und Spielen ein. Die BesucherInnen konnten in einem Pop-Up-Café im Gebäude des Wohnprojekts hausgemachte Kuchenspezialitäten, Getränke und Eis genießen.

  • © StadtLABOR
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Für die kleinen HarterInnen wurden am temporären Dorfplatz zahlreiche Aktivitäten geboten -  Brettspiele, Kinderschminken, Malkreiden, ein Labyrinth oder Boccia-Kugeln. Außerdem durften einige Kinder auch bei der Probefahrt im Lastenrad als Passagiere einsteigen.

Präsentation der Ziele und ersten konkreten Maßnahmen für ein neues Ortszentrum

Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in Hart und zum zukünftigen Verkehrskonzept sowie die Ergebnisse des bisherigen Beteiligungsprozesses für ein lebendiges Ortszentrum wurden auf Plänen und Plakaten präsentiert. Die BürgerInnen hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen, zu diskutieren sowie die gesammelten Ideen und Maßnahmen zu ergänzen, zu vertiefen und zu bewerten. Im Bereich „Mobilität“ wurde als wichtigste Maßnahme genannt, „mehr Platz für Menschen statt für Autos“ zu schaffen. Gefolgt von einer Geschwindigkeitsüberwachung, der Errichtung neuer Zebrastreifen / Fußgänger- und Radübergänge (Kindergarten, Sportplatz, Parkplatz), sicherer Gehwege sowiedem Ausbau der öffentlichen Verkehrsanbindung und der Radabstellplätze. Die am höchsten bewerteten Ideen im Bereich „Grün- und Freiraum“ waren: Fußgängerzone zwischen Spar und Wohnblock (mit Bäumen, Blumen, Schatten und Ambiente), Trinkbrunnen sowie ein Wasserspiel mit Fontäne als Spielmöglichkeit für Kinder und Erwachsene. Im Bereich „Aktivitäten und Geschäftsflächen“ für das Ortszentrum wurden ein „identitätsstiftendes“ Café, ein Jugendzentrum, eine Eisladen und ein spiritueller, konsumfreier Ort als wichtigste Ideen eingestuft.

Eröffnung des Kostnixladens

Der von aktiven Bürgerinnen initiierte Kostnixladenwurde in einem bis dato leerstehenden Geschäftslokal am Platz feierlich eröffnet. Die Räumlichkeiten werden von den Eigentümern bis auf weiteres als Zwischennutzung zur Verfügung gestellt. Jede/r ist herzlich eingeladen, Dinge zu spenden oder abzuholen. Das Sortiment reicht von Kinderspielsachen und Pflanzen über gut erhaltene Kleidungsstücke bis zu Haushaltsgeräten und Möbeln.

Mobile Umfrage

Bei einer mobilen Umfrage am Platz wurden die Antworten der BesucherInnen zu Fragen rund um „Mobilität“ und „Nachhaltigkeit“ in Echtzeit durch ein Balkendiagramme visualisiert. Die Ergebnisse dieser Umfrage waren: Die meisten BürgerInnen sind mit dem Auto ins Ortszentrum gekommen. In Zukunft möchten sie das Zentrum aber lieber mit dem Fahrrad erreichen können. Die Hälfte der Parkplätze sollen nach Meinung der Befragten in Zukunft in „Plätze für Menschen“ umgewandelt werden.

Ausblick

Alle bisher gesammelten Ideen fließen in den weiteren Planungsprozess für das Ortszentrum ein. Für die Politik ist es wichtig, dass mithilfe des Beteiligungsprozess die Eckpfeiler der zukünftigen Entwicklung abgesteckt und mit den interessierten BürgerInnen reflektiert werden konnten, damit ein klareres Bild darüber entsteht, wohin die Reise gehen soll. Idealerweise werden erste Maßnahmen – dem Beispiel der Zukunftswerkstatt folgend – möglichst schnell, temporär ausprobiert, um aus den Erfahrungen zu lernen und zukünftige Qualitäten bereits sichtbar und erlebbar zu machen. Größere Umgestaltungsmaßnahmen werden sicher entsprechende Zeithorizonte benötigen. Bis zum Herbst 2019 soll nun der Umsetzungsfahrplan konkretisiert werden.